Schwierige Lebenssituationen

Das Scheitern eines Projektes das einem sehr am Herzen lag, eine schwerwiegende Kränkung, das Zerbrechen einer Liebesbeziehung, der Tod einer nahestehenden Person, der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Wohnung, der Auszug aus dem Elternhaus, der Übergang ins Arbeitsleben, die Gründung einer Familie, schwer erziehbare Kinder, Krankheit und Pflegebedürftigkeit von Angehörigen, das Erwachsenwerden der eigenen Kinder, der Beginn des Ruhestandes, der Umzug in eine neue Umgebung, die Auflösung des Freundes- und Bekanntenkreises, finanzielle Schwierigkeiten, Konflikte mit Familienangehörigen oder mit Arbeitskollegen – dies sind nur einige der Dinge, die Menschen stark belasten und mitunter sogar ganz aus der Bahn werfen können. Niemand ist davor gefeit.

Menschen in schwierigen Lebenssituationen erleben zumeist erheblichen Stress sowie Gefühle der Trauer, Wut, Überforderung, Hilflosigkeit und Verzweiflung.

Manchmal fühlen sie sich aber auch wie betäubt. Wenn das Leben aus den Fugen zu geraten droht, treten darüber hinaus häufig weitere psychische Beschwerden auf, insbesondere Schlafschwierigkeiten, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Angespanntheit, Überempfindlichkeit, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und leichte Tics wie unwillkürliche Zuckungen. Auch körperliche Beschwerden wie Kopf-, Rücken- oder Magenschmerzen, Klos im Hals, Bluthochdruck, Ohrgeräusche (Tinnitus) und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen sind typisch. Oft klagen Menschen in einer Krise außerdem über eine Verminderung der Kontrolle über ihr Verhalten. Beispielsweise brechen sie plötzlich in der Öffentlichkeit in Tränen aus, sie schreien Menschen an, die ihnen gar nichts getan haben, oder sie essen des Nachts den Kühlschrank leer. Mitunter entwickeln sie auch überwertige Ideen. Sie machen sich dann zum Beispiel ständig Gedanken über ihr Aussehen und darüber was andere über sie denken könnten oder sie suchen ihren Körper immer wieder nach Anzeichen für Krankheiten ab. Nicht selten peinigen sich Menschen in einer Krise zusätzlich selbst, indem sie sich für ihre vermeintlich mangelnde Belastbarkeit Selbstvorwürfe machen. Manche fliehen sich auch in Computerspiele, Internetaktivitäten oder den Konsum von Alkohol und Drogen.

Psychotherapeutische Berhandlung

Wenn Patienten zu uns in die Therapie kommen, die auf belastende Lebensereignisse mit Symptomen wie diesen reagieren, diagnostizieren wir in vielen Fällen eine sogenannte Anpassungsstörung. Bei Patienten mit einer Anpassungsstörung, die frühzeitig unsere Hilfe in Anspruch nehmen, reichen oft schon wenige Therapiesitzungen aus, um eine deutliche Stabilisierung ihres psychischen Zustandes zu erreichen. Die möglichst frühzeitige psychotherapeutische Behandlung einer Anpassungsstörung trägt außerdem dazu bei, der Entwicklung schwerwiegenderer psychischer Erkrankung wie Depressionen oder Angststörungen vorzubeugen.

Patienten, die in einer Krise stecken, bieten wir in der Psychotherapie vor allem einen Raum, in dem sie offen und frei über alle ihre Schwierigkeiten sprechen und diese dadurch besser emotional verarbeiten können. Allein das verschafft oftmals bereits eine erhebliche Linderung der Symptome. Darüber hinaus sind wir für unsere Patienten ein vorurteilsfreies und neutrales Gegenüber, mit dem sie das das Für und Wider unterschiedlicher Bewältigungsstrategien diskutieren und dabei von unserem reichen Erfahrungsschatz profitieren können, wie andere Menschen vor ihnen ähnliche Krisen überwunden haben. Bei Bedarf leisten wir unseren Patienten auch konkrete Hilfestellungen, indem wir beispielsweise mit ihnen gemeinsam notwendige Bewältigungsschritte planen oder sie in Rollenspielen auf schwierige Gespräche vorbereiten. Außerdem können sie bei uns Entspannungsverfahren erlernen, mit Hilfe derer sie zwischendurch auch einmal abschalten und wieder Kraft tanken können.


Siehe auch: Depressionen | Ängste