Krankheitsbilder-Indikationen

Was ist mit mir los? Psychische Störungen sind oftmals nicht auf den ersten Blick sichtbar. Die Schilderung der Krankheitsbilder hilft Ihnen möglicherweise dabei erste Symptome zu erkennen. Klarheit bekommen Sie aber nur durch ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe.

Psychische Erkrankungen sind oftmals nicht leicht zu begreifen - für Betroffene und genauso für Angehörige oder das Umfeld. Im Gegensatz zu körperlichen Erkrankungen sind psychische Störungen nicht auf den ersten Blick sichtbar, können aber dennoch zu erheblichem Leidensdruck führen. Psychologische Krankheitsbilder zeigen sich vor allem in Beeinträchtigungen des Denkens und Fühlens, einem veränderten Erleben und der zunehmenden Schwierigkeit, alltägliche Aufgaben zu meistern. In einer Psychotherapie erhalten Betroffene professionelle Hilfe. Die Psychoedukation vermittelt Kenntnisse dazu, wie Menschen mit ihrem Krankheitsbild besser umgehen können. Verschiedene Therapieverfahren setzen an Veränderungen im Alltag, aber auch neuen Impulsen für das Denken und Erleben an, um die Symptome systematisch zu lindern und die Krankheitsbilder zu heilen. Dabei werden nicht nur die akute Symptomatik, sondern auch deren Ursachen in die Therapie einbezogen.

Informationen zu häufigen psychischen Erkrankungen

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick der häufigsten psychischen Erkrankungen. Am häufigsten sind in Deutschland Angst- und depressive Störungen, gefolgt von Störungen durch Alkohol- und Medikamentenkonsum. Zwangs- und somatoforme Störungen machen den dritten Teil der häufigsten psychischen Erkrankungen aus. Eher selten sind posttraumatische Belastungsstörungen, bipolare, psychotische und Essstörungen.

Ängste

Angst ist ein natürliches und hilfreiches Gefühl, da es vor Gefahren warnt. Zu starke Ängste aber können die Lebensqualität erheblich einschränken, etwa bei Phobien oder Panikattacken oder ständiger ängstlicher Unruhe. Behandelt werden Ängste durch das Expositionstraining in der Psychotherapie, bei dem Betroffene unter therapeutischer Begleitung schrittweise mit den angstauslösenden Situationen konfrontiert werden, sodass die Angst immer weiter abnimmt und eine Gewöhnung stattfinden kann.

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Depression

Eine der häufigsten psychischen Erkrankungen ist die Depression, bei der Betroffene vor allem eine persistierende Niedergeschlagenheit und Antriebsminderung erleben. Ursache ist eine Störung des Gehirnstoffwechsels, die durch genetische Einflüsse, Bedingungen des Umfelds oder biografische Entwicklungen entstehen kann. Das Krankheitsbild der Depression kann auf verschiedene Weise behandelt werden, etwa durch eine Verhaltenstherapie, bei der gezielt positive Aktivitäten aus der Negativspirale herausführen sollen. In der Tiefenpsychotherapie werden Konflikte und Blockaden thematisiert, welche zur Depression beigetragen haben und die Psychoanalyse fokussiert auf biografischen Einflussfaktoren.

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Panikattacken

Panik ist ein Gefühl intensiver Angst, wie es vor allem in Situationen mit drohender Lebensgefahr auftritt. Panikattacken hingegen stellen eine übersteigerte Angstsituation dar, bei welcher der Körper extrem auf Reize oder erlernte Situationen reagiert. Betroffene spüren starke Unruhe, aber auch Kreislaufprobleme, Schwindel oder Übelkeit. Therapeutisch werden Panikattacken durch die gezielte Konfrontation mit angstauslösenden Reizen behandelt oder gezielten Übungen, die einer Intensivierung der Panik vorbeugen, um die Angstattacke zu verhindern.

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Essstörungen

Sich mit dem eigenen Gewicht und gesunder Ernährung zu beschäftigen, ist heutzutage ein weit verbreiteter Lebensstil. Werden Gewicht und Figur jedoch zum Lebensinhalt, dann kommt es zur Vernachlässigung anderer Lebensbereiche. Ein extremes Hungern, Ess-Brech-Anfälle oder Phasen mit übertriebener, anfallsartiger Nahrungsaufnahme zählen zu den Essstörungen. Sie werden meist durch kombinierte Therapiekonzepte behandelt, bei denen neben Verhaltensübungen auch die Reflexion eigener Einstellungen erfolgt.

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Psychose

Die Psychose ist ein Krankheitsbild, bei dem der Bezug zur Wirklichkeit gestört ist. Wahrgenommenes wird nicht mehr richtig verarbeitet und es entstehen Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Betroffene hören etwa Stimmen oder glauben fest an irrationale Überzeugungen. Neben der medikamentösen Therapie der Psychose werden Therapiebausteine wie das Stressmanagement, gezielte Tagesstrukturierung und Bewegungstrainings angewandt, um Betroffene resilienter gegenüber Belastungen zu machen.

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Psychosomatische Erkrankungen und Schmerzen

Schmerzen sind kein rein körperliches Phänomen. Sie beeinflussen auch die Psyche und das Verhalten eines Menschen. Chronische Schmerzen führen oft zu einem sozialen Rückzug und Vermeidung vieler Aktivitäten, was infolgedessen aber auch die Chance auf positive Erlebnisse reduziert. Die Stimmung wird immer deprimierter und das verstärkt den Schmerz. In der Psychotherapie wird auf eine neue Alltagsstruktur hingearbeitet, in der Pflichten und angenehme Aktivitäten ihren Platz haben. Entspannungsverfahren ergänzen das Therapieprogramm.

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Schwierige Lebenssituationen

Schwierige Lebenssituationen können die Fähigkeit zur Bewältigung des Erlebten überfordern. Betroffene leiden unter starken Gefühlsstörungen; Wut, aber auch innerer Leere oder intensiver Trauer. Dadurch wird der Alltag beeinträchtigt. In der Psychotherapie werden die individuellen Ursachen vor dem biografischen Hintergrund betrachtet und basierend darauf therapeutische Veränderungen angestrebt.

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Somatoforme Störung

Bei einer somatoformen Störung reagiert der Körper aus seelische Belastungen. Typisch sind wiederkehrende oder wechselnde körperliche Problematiken, wie Missempfindungen oder Schmerzen, aber auch Kreislaufprobleme, die medizinisch nicht vollständig erklärt werden können. Therapeutisch ist hier in kombiniertes Vorgehen gefragt, das ängstliche Überzeugungen zur eigenen Gesundheit ebenso betrachtet wie verhaltenstherapeutische Aspekte und Entspannungsverfahren.

» Somatoforme Störung: Ausführliche Informationen zum Krankheitsbild Somatoforme Störung

Störungen der Selbstkontrolle

Beim Verlust der Selbstkontrolle ist der Bezug zur Wirklichkeit gestört, was das Gefühlserleben beeinflusst. Die Stimmung kann deutlich gehoben sein, der Denkzusammenhang kann verloren gehen und Betroffene haben den Eindruck, immer in Bewegung sein zu müssen. Dies kann zu riskantem Verhalten führen, was die Personen selbst oder andere gefährdet. Möglich sind auch abwechselnde depressive Phasen (bipolare Störung). Zur Behandlung kommen neben einer Medikation auch verschiedene Verfahren der Psychotherapie in Frage.

» Störungen der Selbstkontrolle: Ausführliche Informationen zum Krankheitsbild Störungen der Selbstkontrolle